29. Juni 2020

Warum Ernährung keine Regeln braucht

Fragen, Intuitive Ernährung

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Es gibt einen gewaltig großen Haken an all den Regeln zur gesunden Ernährung, die nicht nur von Diäten, sondern auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aufgestellt werden. Damit meine ich nicht die Tatsache, dass dabei die Individualität der Menschen völlig ignoriert wird, weil nicht jeder Körper auf alle Lebensmittel gleich reagiert.

Damit meine ich auch nicht den Fakt, dass diese Regeln völlig aus der Luft gegriffen sind und nur wenig wissenschaftliche Basis aufweisen können. In diesem Artikel zeige ich Dir, warum Ernährung keine Regeln braucht.

Das Problem mit Regeln rund um die Ernährung

Der größte Haken ist, dass dadurch der Menschheit suggeriert wird, man könnte ihnen im Umgang mit Lebensmitteln nicht trauen. Ohne Regeln würden alle Menschen nur noch Schokolade und Pizza essen und den ganze Tag auf der Couch liegen. Der Mensch ist die einzige Spezies, die sich extern sagen lassen muss, was gut für sie ist.

Ein Blick auf die Tierwelt sollte genügen um zu sehen, dass daran etwas nicht stimmen kann. Alle anderen Lebewesen sind sehr gut in der Lage, ohne Regeln und Verbote ihrer natürlichen Intuition zu folgen und sich so zu bewegen und ernähren, wie es gut für sie ist. Woran erkennen Lebewesen, was für sie gut ist? Der Körper fühlt sich damit wohl. Er läuft auf Hochtouren. Er ist gesund. Er hat Energie. Er kann sich fortpflanzen.

Experiment: Iss einen ganzen Tag lang nur Schokolade und Pizza (oder die Lebensmittel, die für Dich unter diese Kategorie fallen) und lieg auf der Couch vor dem Fernseher. Keine Angst, dieser Tag wird Dich nicht umbringen.

Wie fühlen sich Körper und Geist nach so einem Tag an? Energiegeladen? Voller Tatendrang? Zufrieden? Glücklich? Erfüllt? Kreativ? Aufgetankt mit Lebensfreude?

Oder eher schwer, müde, träge, kraftlos, leer, antriebslos und mit Kopfschmerzen?

Das Einzige, was Regeln und damit einhergehende Verbote psychologisch auslösen, ist eine gesteigerte Attraktivität des Verbotenen und eine fokusierte Aufmerksamkeit darauf. Wie ich hier ausführlich beschrieben habe, führen sie im Endeffekt dazu, dass man bei nächster Gelegenheit mehr von einem Lebensmittel isst als man möchte. Getreu dem Motto „Das ist die letzte Schokolade/Pizza für eine Weile, ich esse lieber soviel ich kann“ wird gegessen, bis nichts mehr da ist oder sich langsam Übelkeit breit macht. Wenn ich jedoch weiß, dass ich jederzeit und ohne Schuldgefühle mehr davon essen kann, verlieren Schoko und Co. sehr schnell ihren Reiz.

Die inneren Regeln des Menschen

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jeder gesunde Körper den Drang hat sich zu bewegen und Lebensmittel zu essen, die ihm gut tun. Wenn diese natürliche Veranlagung nicht zur Entfaltung kommt, dann hat das meiner Ansicht nach wahrscheinlich einen oder mehrere der folgenden Gründe:

  • Enge Regeln, Beschränkungen und Verbote haben die Gegenreaktion, die Überaufmerksamheit auf Essen herauf beschwört
  • Eine unterschwellige Trotzreaktion gegen den Schönheitswahn oder unerreichbare Körperideale führt zum „Jetzt erst recht“-Essen
  • Das Selbstwertgefühl liegt in Trümmern, sei es durch ein Trauma, zwischenmenschliche Verletzungen oder die Botschaften des Umfelds während Kindheit und Jugend
  • Ein verschobenes Verständnis von Sport, Bewegung und „Unsportlichkeit“ führt zur Vermeidung von Bewegung
  • Es fehlt ein Lebensinhalt, ein motivierendes Ziel, eine erfüllende Aufgabe, eine Herausforderung für Körper und Geist
  • Essen füllt einen Raum im Leben, der über die Nahrungsaufnahme hinaus geht
  • Essen ist Trost und Mittel der Wahl, mit Gefühlen umzugehen

Hier steht das Sammeln von Informationen und Analysieren der eigenen Lebensumstände im Mittelpunkt. Dein Essverhalten ist nicht ein abgekapseltes, vom Rest des Lebens losgelöstes Problem. Vielmehr ist es ein Symptom, dass irgendetwas nicht so fluppt, wie es könnte.

Eine neue Sichtweise auf Ernährung

Statt also Lebensmittel in gut oder böse, gesund oder ungesund, „clean“ oder „junk“ einzuordnen, ist es hilfreicher zu lernen, den eigenen Körper (und Geist!) zu beobachten, wie er sich nach der Aufnahme verschiedener Lebensmittel und nach unterschiedlichen Arten von Bewegung anfühlt.

Nur wenn Du Dir die Erfahrung erlaubst, so viele Snickers zu essen wie Du möchtest, kannst Du auch feststellen, ob sich das wirklich so gut anfühlt. Wenn Schoko-Crossies nicht mehr verboten sind, werden sie ihren Reiz verlieren und Du kannst von innen heraus (statt durch eine äußere Beschränkung) entscheiden, ob und wie viele Du davon essen möchtest. Wenn Pizza einfach eine von vielen Optionen der Nährstoffaufnahme ist, dann kannst Du auch zwei Stückchen liegenlassen, weil Du pappsatt bist. Wenn ein billiger Burger genussvoll verspeist wird, dann bemerkst Du möglicherweise: so lecker ist er gar nicht.

Praxis-Tipp: Schau Dich beim nächsten Einkauf im Supermarkt um. Welche Lebensmittel erlaubst Du Dir normalerweise nicht? Welche üben einen übergroßen Reiz aus? Welche Produkte betrachtest Du als schlecht, obwohl Du sie gern isst?

Erstelle Dir eine Liste und suche Dir das Lebensmittel heraus, was den größten Reiz ausübt. Kaufe reichlich davon ein. Wann immer Du Hunger hast, nimm Dir dieses Lebensmittel auf Deinen Teller, setze Dich damit an den Tisch und genieße es in aller Ruhe und in vollen Zügen.

Versuche herauszufinden, was Du daran so sehr magst, wie es sich anfühlt, welche Geschmacksrichtungen Du wahrnehmen kannst. Wenn das Dein Ding ist, mach Dir dazu Notizen.

Tu Dir den Gefallen und erlaube den internen Regeln Deines Körpers, Dein Essverhalten zu gestalten. Du wirst überrascht sein, dass er nicht nur Pizza und Schokolade möchte.

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