29. Juni 2020

Selbstliebe in 5 praktischen Schritten

Lebensfreude, Selbstfürsorge

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Selbstliebe klingt ja gut und schön, doch wie soll das praktisch aussehen? Und winkt da nicht auch Egoismus um die Ecke? Was, wenn ich gar nicht so genau weiß, wie sich Selbstliebe anfühlen soll?

In diesem Artikel zeige ich Dir 5 ganz praktische Schritte, wie Du Selbstliebe dauerhaft zum Teil Deines Lebens machst.

Warum Selbstliebe?

Selbstliebe und Selbstfürsorge gehören zusammen wie Freude und Lachen. Das eine ist Ausdruck des anderen. Selbstfürsorge ist die natürliche Konsequenz einer gesunden Wertschätzung der eigenen Person.

Coach Peter Beer fasst hier in zwei Minuten zusammen, worum es essenziell geht.

Und Egoismus?

Oft gründet sich ein Zögern im Bereich Selbstliebe auf die Sorge, egoistisch zu sein. Doch Selbstfürsorge hat überhaupt nichts mit Egoismus zu tun. Der zeigt sich nämlich darin, ohne Einfühlungsvermögen ausschließlich die eigenen Interessen im Blick zu haben. Und die werden ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer hemmungslos verfolgt.

Da ein rücksichtsloser Egoist keinen Artikel über Selbstliebe in fünf praktischen Schritten liest, bist Du also aus dem Schneider… 😉

Doch wie kannst Du Selbstliebe ganz praktisch üben? Wie kannst Du lernen, Dich als Person so zu respektieren und wertzuschätzen, wie Dir das bei Deinen Lieblingsmenschen oft instinktiv gelingt?

Praktische Schritte der Selbstliebe im Alltag

Statt nach flauschigen Gefühlen vor dem Spiegel Ausschau zu halten, gibt es ganz konkrete Maßnahmen zum Einüben von Selbstwertschätzung. Diese Schritte sind notwendig, damit Selbstfürsorge wirklich gelingen kann.

Soviel Yoga kannst Du gar nicht machen, wie Du für den Stressabbau benötigst, der durch das Fehlen dieser fünf Schritte entsteht.

Hier sind also die fünf essenziellen Möglichkeiten, Selbstliebe zu üben und damit Deine Selbstfürsorge auf den nächsten Level zu bringen:

#1 Grenzen setzen

Dieser Schritt erfordert zu wissen, was Dir gut tut und was nicht. Wenn Du darüber noch nie bewusst nachgedacht hast, dann notiere Dir die Antworten auf die folgenden Fragen:

Übung: Was tut mir gut und was nicht?

Wodurch fühlst Du Dich innerlich lebendig, voller Energie, gelöst und Du selbst? Was macht Dir richtig Spaß? Wozu musst Du Dich nie zwingen? Wovon kannst Du nie genug bekommen?

Im Gegensatz dazu, was laugt Dich aus? Welche Situationen machen Dich schnell müde? Wovon wirst Du gereizt und genervt? Wozu musst Du Dich zwingen?

Dazu gehören übrigens nicht nur Aktivitäten und Situationen, sondern auch Menschen. Werde Dir auch hier bewusst, wer Dir gut tut und wer nicht.

Und dann setze Grenzen.

Reduziere die Dinge (und Zeit mit den Menschen) in Deinem Leben, die Dich auslaugen und völlig erschöpft zurücklassen. Ernenne zur Priorität, was Dir richtig gut tut und Deine Batterien auflädt.

Sei kreativ und erteile Deinen Bedürfnissen nicht gleich eine Absage durch ein schulternzuckendes „Das geht gar nicht.“

Es scheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist.

Nelson Mandela

#2 Nein sagen

Die beste Übung zum Grenzen setzen hat nur vier Buchstaben: N-E-I-N

Und anders als Du vielleicht glaubst, ist „Nein.“ eine vollständige Antwort. Du musst Dich nicht erklären oder entschuldigen.

Lautstärke zehrt an Deinen Nerven? Sag nein zum Volksfest. Nach einem vollen Tag willst Du nur noch Deine Ruhe? Sag nein zur Verabredung außer Haus. Ein Mensch fordert mehr Zeit und Aufmerksamkeit, als Du möchtest? Sag nein.

Nein sagen üben

Nein zu sagen ist schwer. Sehr schwer sogar, wenn man von klein auf darauf getrimmt wurde, anderen alles recht zu machen. Oder wenn Du gelernt hast, dass Deine Bedürfnisse hinter denen anderer Menschen stehen.

Übe es zuhause vor dem Spiegel. Schreibe die WhatsApp-Nachricht ein paar Mal als Notiz. Formuliere „fertige“ Antworten auf gängige Fragen, wo Du immer wieder in die Ja-meint-aber-eigentlich-Nein Falle tappst.

Vielleicht fühlst Du Dich unter Druck, auf Nachfrage ein Nein zu rechtfertigen. Und das ist okay. Achte einfach darauf, Details und zu viele Gründe zu vermeiden.

Wenn jemand Dein Nein mit einem Warum hinterfragt

Dann antworte kurz und knapp:

  • „Ich kann leider nicht.“
  • „Ich habe keine Zeit.“
  • „Es ist schon so viel los.“
  • „Da bin ich schon ausgebucht.“

Von meiner Therapeutin habe ich vor fast 20 Jahren etwas gelernt, was meine gesamte Perspektive veränderte. Nur weil zur fraglichen Zeit noch eine Lücke im Kalender ist, heißt das nicht „Ich habe Zeit.“

Man muss nicht jede freie Minute verplant haben, um „keine Zeit“ sagen zu können. Deshalb ist es auch keine Lüge zu sagen, dass Du schon ausgebucht bist.

#3 Delegieren

Der dritte praktische Schritt der Selbstliebe liegt im Delegieren. Nur weil Du alles erledigen kannst, heißt das nicht, dass Du alles selbst erledigen musst.

Achte auf Dich, indem Du Überforderung vorbeugst oder aktiv entgegen trittst. Statt alles auf Dich zu nehmen, was in Deinem Schoß landet, sortiere sorgfältig aus.

Übung: Ordne alle Aufgaben nach diesen Gesichtspunkten:

  • Welche Dinge sind wichtig und können nur von mir erledigt werden?
  • Welche Dinge sind weniger wichtig, können aber nur von mir erledigt werden?
  • Welche Dinge sind wichtig, können aber auch von anderen erledigt werden?
  • Welche Dinge sind weniger wichtig und können von anderen erledigt werden

Höchste Priorität erhalten zukünftig die wichtigen Aufgaben, die Du nur selbst erledigen kannst. Alles, was weniger wichtig ist, kann warten.

Doch wie kann delegieren aussehen?

Spülmaschine ausräumen? Können auch die Kinder erledigen. Putzen? Kann als Familie gewuppt werden – oder auch an eine Putzhilfe abgegeben werden. Kochen? Bringe den Kindern nach und nach einfache Mahlzeiten bei oder nutze ab und zu eine Kochbox.

Und es gibt noch eine weitere Dimension des Delegierens, die häufig übersehen wird. Wenn Du permanent unter Stress stehst, dann reiche zeitaufwendige Alltagsaufgaben beim Kochen möglichst an Hersteller weiter.

Hier einige Beispiele für einfaches Delegieren beim Kochen:

  • Statt selbst Gemüsepüree zum Kochen herzustellen und einzufrieren, kaufe reine Gemüsebreie aus der Babyabteilung
  • Nutze fertig geputztes und geschnibbeltes Gemüse, wie z.B. geschredderten Kohl, Salat in der Tüte oder Snack-Gemüse
  • Kaufe schon gehackte, gefrorene Zwiebeln, um die Hürden im Alltag zu reduzieren
  • Halte die Augen offen nach Produkten, die aus den gleichen Zutaten bestehen, die Du selbst auch selbst beim Kochen verwenden würdest

Diese Tipps scheinen klein, doch sie helfen schnell bei Überlastung. Solange kochen für Dich eine reine Freude ist, musst Du für solche Produkte nicht den etwas höheren Preis bezahlen. Diese Maßnahmen sind jedoch ein prima Kompromiss, wenn Dir Natürlichkeit, Selbermachen und frisch kochen wichtig sind, Du aber gleichzeitig unter Überforderung leidest.

#4 Perfektion adé

Meine größte Hürde am Delegieren ist, dass übertragene Aufgaben dann meist nicht zu 100% so gemacht werden, wie ich mir das vorstelle. Doch auch für meine eigenen Prioritäten ist es ein praktischer Schritt der Selbstliebe, mich von Perfektion zu verabschieden.

Denn mit Perfektion wird das Leben unnötig kompliziert, anstrengend und schwierig. Wir stehen uns und anderen mächtig im Weg, wenn wir nur mit 100% Erfüllung zufrieden sind und verpassen dabei die Schönheit des Unperfekten.

Man braucht eine Weile um festzustellen, dass die Nonperfektion die eigentliche Perfektion ist.

Christian Lenz

Selbstliebe durch nichtperfekte Natürlichkeit

Auf Einfach mal einfach gebe ich viele Tipps, wie man mit wenigen Zutaten Putzmittel selbst herstellen kann. Und ich zeige Dir auch die einfachste Methode, um selbst Brot und Brötchen zu backen. Oder Gewürzmischungen und Joghurt selber zu machen.

Doch so gern ich unnötige Zutaten in fertigen Produkten auch vermeide, der Wunsch nach Natürlichkeit darf nicht meine mentale Gesundheit kosten. Sobald all die natürlichen, selbstgemachten Alternativen zum Stressfaktor werden, ist es Zeit für einen Schritt zurück.

Bunt statt schwarz-weiß

Statt nach dem Alles-oder-nichts Prinzip der Perfektion zu handeln, suche Dir also nur die Dinge heraus, die sich gut machen lassen. Verabschiede Dich von Perfektion bei allem Streben nach Natürlichkeit, besonders wenn es Stress verursacht.

Überlege also, an welchen Stellen Du Dir das Leben schwerer machst als nötig. Praktiziere Selbstliebe, indem Du Dich und andere von der Last der Perfektion befreist – und erlebe eine neue Leichtigkeit.

#5 Gleichwertigkeit der Bedürfnisse

Der fünfte praktische Schritt der Selbstliebe behandelt eher ein verstecktes, unbewusstes Denken, womit besonders Mütter kämpfen. Denn viele von uns wurden so erzogen, den Erwartungen anderer nachzukommen.

Deshalb neigen insbesondere Mütter dazu, ihre Bedürfnisse ganz hinten anzustellen. Selbstfürsorge wird somit erst zur Option, wenn alles andere erledigt ist. Im Zweifelsfall wagst Du erst dann an Dich zu denken, wenn die Bedürfnisse aller anderen weitgehend abgedeckt sind.

Doch dieses versteckte Märtyrertum fordert einen hohen Preis:

  • überforderte, gestresste Menschen sind deutlich weniger in der Lage, aktiv und fröhlich am Familienleben teilzunehmen.
  • die Lebensqualität sinkt in den Keller
  • Frust, unausgesprochene Vorwürfe, Selbstmitleid und Bitterkeit wachsen und gedeihen
  • Dauerstress führt zu einem ständig erhöhten Cortisolspiegel im Blut, was wiederum ein eingeschränktes Immunsystem, Übergewicht und stressbedingte Erkrankungen nach sich zieht
  • eine unausgeglichene, dauergestresste Mutter beeinflusst die Atmosphäre der gesamten Familie nachteilig

Selbstliebe aus Liebe zu anderen

Das Ernstnehmen Deiner eigenen Bedürfnisse ist also gleichzeitig ein Liebesbeweis für Deine Lieblingsmenschen. Wenn es Mama gut geht, geht es auch den Kindern gut – so stark wirkt sich das Wohlergehen auf andere aus.

Wir Menschen sind mit einem feinen Sensor für unsere Mitmenschen ausgerüstet und nehmen auch Unausgesprochenes war. Hast Du schonmal instinktiv gespürt, dass in einem Raum „dicke Luft“ herrscht, obwohl alle eine freundliche Miene aufsetzten? Oder bist Du mal einem ansteckendem Menschen begegnet, dessen gute Laune Dich einfach mitgerissen hat?

Genau auf diesem Weg nehmen auch unsere Kinder wahr, wie es uns wirklich geht. Wir dürfen uns nicht vormachen, dass innere Unausgeglichenheit, Stress und Überforderung nur ein persönliches Problem sind.

Bedürfnisse der gleichen Ebene

Deshalb handelst Du mit praktischen Schritten der Selbstliebe auch in Liebe zu Deinen liebsten Mitmenschen. Lena Franck von Kraftvoll Mama geht sogar soweit zu sagen: Es ist Deine Pflicht als Mama, gut auf Dich selbst zu achten!

Wirf also Deine eigenen Bedürfnisse als gleichwertig in den Pool der zu jonglierenden Familienbedürfnisse. Nicht alle Bedürfnisse aller Familienmitglieder lassen sich immer sofort und vollkommen erfüllen. Das ist Teil des Familienlebens. Doch Deine eigenen Bedürfnisse als Mama dürfen nicht in zweiter Rangordnung hinter allen anderen stehen.

Selbstliebe als Vorbild

Ich bin davon überzeugt, dass eine Mutter ihren Kindern mit Selbstliebe einen großen Dienst erweist. Nicht nur, weil sie den Anforderungen des Alltags besser gegenübertreten kann.

Und nicht nur, weil sie als ausgeglichene Mutter ihre Kinder deutlich feinfühliger beim Großwerden begleiten kann. Nein, den wahrscheinlich größten Dienst erbringst Du Deinen Kindern durch das Vorbild, was Du ihnen täglich bist.

Indem Du Selbstliebe praktizierst und Deinen Bedürfnissen nachkommst, lernen Deine Kinder:

  • Andere Menschen haben ihre Grenzen und die müssen respektiert werden.
  • Sie selbst haben Grenzen, die okay sind und geschützt werden müssen.
  • Ihre eigenen Bedürfnisse sind wichtig und gleichwertig mit denen anderer Menschen.
  • Unterschiedliche Bedürfnisse werden in gesunden Beziehungen ausgewogen abgedeckt, damit es allen gut geht.

Langzeitfolgen für Deine Kinder

Durch dieses Vorbild sind Kinder nicht nur gut vorbereitet auf das Leben als Erwachsene in erfüllenden Beziehungen. Sie werden gleichzeitig auch stark gemacht gegen Missbrauch jeder Art – was essenziell ja nichts anderes als eine massive Grenzüberschreitung ist.

Zusätzlich wird dadurch auch ihr Sensor für gesunde Beziehungen so kalibriert, dass sie missbräuchliche oder toxische Beziehungen leichter erkennen und verlassen können.

Selbstliebe ganz praktisch

Warte also nicht länger und starte jetzt gleich mit aktiven Schritten in Richtung Selbstliebe. Überlege Dir, was Dir gerade am meisten zur Last fällt und welchen dieser fünf Schritte Du direkt anwenden kannst.

Du tust das nicht nur für Dich, sondern auch für all Deine Liebsten.

Warte nicht länger. Wage einen Schritt.

Jetzt.

Lust auf mehr?

Für mehr Inspiration und tägliche Wohlfühlmomente empfehle ich Dir diese beiden Artikel als weitere Lektüre:

Warum Selbstfürsorge so wichtig ist
Selbstfürsorge bei Angst & Depression – der wichtigste Tipp

10 Schritte zu weniger Stress

Mit diesem Leitfaden senkst du deinen Stresslevel heute noch. Als Dankeschön für deine Anmeldung zu meinem Newsletter flattert er direkt in deine Inbox. Starte also gleich durch und entspanne dich heute noch!


Tags

Selbstfürsorge Übungen, Selbstliebe, Selbstliebe lernen


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